Willkommen!

Willkommen bei der Akademie für angewandte Vegetationskunde!



Hier findet ihr aktuelle News, Veranstaltungshinweise und Einiges mehr. Weitere Infos stehen auf unserer Homepage http://www.vegetationskun.de/







Dienstag, 31. Mai 2011

Sonniges Wiesenseminar in der Eifel

Sonniges Wetter begleitete die 10 Teilnehmer des Wiesenseminares vom 24.-26. Mai in der Vulkaneifel, geleitet von Dr. Hans-Christoph Vahle. Speziell an die Anforderungen für Biotopkartierer oder sonstige Fachkräfte angepasst behandelte das Seminar das Thema "Artenreiche Wiesen - Glatthaferwiesen, Mager-, Feucht- und Nasswiesen". Dieses Thema bildet die pflanzensoziologische Grundlage aller Grünlandkartierungen.

Ein kleiner Auszug aus dem Inhalt:

  1. Die typische Glatthaferwiese
  2. Die kennzeichnenden „Blütenpflanzen“ der Glatthaferwiese
  3. Magerzeiger, Feuchtezeiger, Nässezeiger: die standörtlichen Abwandlungen der Glatthaferwiese
  4. Die Knollenhahnenfuß-Glatthaferwiese als „klassische“ Magerwiese
  5. Der wenig beachtete Übergang von Magerwiesen zu mageren Feuchtwiesen
  6. Der Unterschied von nährstoffreicheren Sumpfdotterblumen-Wiesen (Calthion) zu nährstoffärmeren Pfeifengraswiesen (Molinion)
  7. Was ist eine „gute“ Feuchtwiese? Die Ideologie von seggen-, binsen- und hochstaudenreichen Feuchtwiesen

In einem größeren Wiesengebiet lernten die Teilnehmer charakteristische Artengruppen der verschiedenen Wiesentypen kennen und abgrenzen und wurden, ausgehend von gemeinsamen Vegetationsaufnahmen, zum selbstständigen Arbeiten angeleitet. 
Abends wurde das praktisch erlangte Wissen durch kleine Vorträge von Dr. Hans-Christoph Vahle ergänzt. Auf sehr anschauliche Weise gelang es ihm, Zusammenhänge einprägsam und verständlich darzustellen. 



 

Die drei Tage boten eine Fülle von neuen Eindrücken - seltene Pflanzenarten, eine bunte Blütenpracht, die man heutzutage kaum mehr zu Gesicht bekommt, dazu die pflanzensoziologische Arbeit, mit der die Teilnehmer am Ende in der Lage waren, die verschiedenen Wiesentypen mit dem "Habitusblick" schnell zu erfassen.

Zum Ausklang ging es zum Wasserfall Dreimühlen, wo bei Kaffee und Kuchen eine gemütliche Abschlussrunde stattfand. 

Was ist das?  

 
Briza media - Zittergras 

Geum rivale - Bachnelkenwurz 
 
Ophioglossum vulgatum - Natternzunge 

Sinter-Wasserfall Dreimühlen

 
Vielen Dank an alle Teilnehmer, es war eine sehr schöne Gruppe, und vielen Dank für die positiven Rückmeldungen!






Montag, 30. Mai 2011

Goetheanistische Exkursion ins Dahner Felsenland


Dahner Felsenland
  Was ist (eigentlich) eine Wiese?
Unter dieser Fragestellung fand vom 20.-22. Mai eine goetheanistisch-naturwissenschaftliche Exkursion ins Dahner Felsenland statt, die u.a. als eine praktische Erweiterung des Goetheanistischen Seminars im Februar angeboten wurde.
Mit einer bunt gemischten Gruppe von 16 Personen aus dem Akademiekreis, aus der "Projektgruppe goetheanistischer Naturwissenschaftler" und von Gut Hohenberg erkundeten wir verschiedene Formen der Landschaftswahrnehmung.

Vegetationsaufnahme
 Begonnen wurde mit einer stillen Wanderung durch einen Landschaftsabschnitt, um sich ganz auf die Vegetation zu konzentrieren. Dabei mussten wir jedoch feststellen, dass eine artenreiche Wiesenlandschaft, die hier vor vier Jahren noch bestand, mittlerweile durch kleinräumige Weideparzellen ersetzt worden war. Der schleichende Rückgang artenreicher Wiesen ist erschreckend - die Wiese - vom Aussterben bedroht?

An anderer Stelle fanden wir jedoch abwechslungsreiche Wiesen vor, anhand derer wir uns mit verschiedenen Wahrnehmungsmethoden der Landschaft annäherten. Mit Hilfe des "Pflanzensoziologischen Blicks" wählten wir unsere Probeflächen aus. Auf dem Foto kann ein deutliches Vegetationsmosaik von verschiedenen Nutzungen erkannt werden.


Mit Hilfe der Pflanzensoziologie (Vegetationsaufnahmen - Vergleich von Artenkombinationen) und der Phänomenologie (Zeichnen/Malen von Vegetationsgestalt-Profilen - Gestaltvergleiche) wurde eine ganzheitliche Annäherung an die Fragestellung versucht. Dabei stellte sich heraus, dass die einfach klingende Frage "Was ist eine Wiese?" gar nicht so leicht zu beantworten ist.

Durch das Erlernen der Wiesen-Pflanzenarten, das genaue Hinsehen beim Profil-Zeichnen und den Vergleich von Vegetationsgestalten tauchten wir tief in das Wahrnehmen, Kennenlernen und Empfinden der Wiesen-Landschaft ein.

Wiesen-Profile
Wir fanden viele schöne Arten, besonders spektakulär war der Fund von Botrychium lunaria, der Mondraute, die in Deutschland auf der Roten Liste 3 steht. Sie wuchs zahlreich auf einer Magerwiese im Übergang zu einem Borstgrasrasen.

Gestaltvergleich Ranunculus repens, R. acris u. R. bulbosus 
Um die Wiese besser charakterisieren und abgrenzen zu können, machten wir den direkten Vergleich durch Vegetationsaufnahmen und -profile auf einer in der Nachbarschaft gelegenen artenreichen Weide. Diese bestand mehr aus niedrigwüchsigen Rosetten-Pflanzen, während die verwandten Arten in der Wiese als hochwüchsige Schaftpflanzen ausgebildet waren. Wir kamen auf die Idee, solche Paare bewusst aufzusuchen und haben dies am Beispiel der "Hahnenfüße" einmal durchgespielt (siehe Bild).  
 
Botrychium lunaria - Mondraute
 
Saxifraga granulata - Knöllchen-Steinbrech
 
Mittagspause

Vielen Dank an alle Teilnehmer für dieses erlebnisreiche, inspirierende Wochenende!

Montag, 9. Mai 2011

Finanzierungs-Projekt „2000 Menschen“

Es ist soweit: Unsere Akademie startet in die nächste Runde.
Nach einem Jahr intensiver Arbeit zum Aufbau der Akademie können wir nun ein festes, stabiles Fundament vorweisen:

-         ein gut durchdachtes und vielseitiges Projekte-Programm
-         vielseitige Kooperationspartner
-         ein eigenes Büro
-         eine pflanzensoziologische Bibliothek
-         viele Interessenten und Nachwüchsler

 Jetzt fehlt nur noch eines: die Finanzierung, damit wir hauptberuflich und effektiv unsere wachsende Energie in die Akademie und unsere Projekte fließen lassen können.

Was wir möchten ist:

-         von unserer Arbeit leben können, damit wir unsere volle Zeit und Aufmerksamkeit auf die Akademie wenden können
-         genug finanzielle Mittel zur Verfügung haben, um unsere Projekte bestmöglich umsetzen zu können
-         dass wir unsere Seminare und Workshops sehr günstig anbieten können, um jedem Interessierten die Möglichkeit der Teilnahme zu bieten

Deshalb gehen wir nun den finalen Schritt und starten unser Finanzierungskonzept:


Projekt 2000 Menschen

Wir suchen 2000 Menschen, die bereit sind, 5 - 10 Euro oder mehr im Monat für die Akademie zu spenden.
Sie sichern damit feste Arbeitsplätze und Sie tragen etwas Gutes bei für die Umwelt, die Landwirtschaft und die Bildung bzw. Nachwuchsförderung.


Im Gegenzug bieten wir allen Förderern an:

-         regelmäßige Informationen über den Fortschritt unserer Arbeit
-         Vergünstigungen bei Seminaren und Workshops
-         unsere Publikationen im Selbstverlag zum Einkaufspreis
-         Spendenbescheinigungen

Selbstverständlich freuen wir uns auch über einmalige Spendenbeiträge oder Sachspenden!

Wenn Sie Interesse oder Fragen haben, melden Sie sich bei uns, wir schicken Ihnen gerne Informationen über unsere Arbeit zu:

Akademie für angewandte Vegetationskunde
Priv. Doz. Dr. Hans-Christoph Vahle
c/o Institut für Evolutionsbiologie
Universität Witten/Herdecke
Stockumer Str. 10, 58453 Witten
Tel. Büro 02302-926-324
Tel. privat 02302-2782008
Vahle[at]vegetationskun.de
www.vegetationskun.de


Bankverbindung: GLS Gemeinschaftsbank
BLZ 430 609 67 Konto-Nr. 400 800 2500
Empfänger: VZF des Institutes für Evolutionsbiologie
Verwendungszweck: Vegetationskunde

Montag, 2. Mai 2011

Wunderschöne Mai-Exkursion

Am 1. Mai fand eine vegetationskundliche Exkursion zum Thema "Feuchtweiden mit Mäuseschwänzchen"  in der Nähe von Rheda-Wiedenbrück statt. Das Wetter konnte nicht besser sein und so startete die Gruppe gutgelaunt in die Runde.



Zu Beginn führte Dr. Hans-Christoph Vahle die Exkursionsteilnehmer mit der Frage: „Was seht ihr hier?“ in die Wahrnehmung der Pflanzenwelt ein.


Auf einem Rundgang von etwa 2,2 km erfuhren die Teilnehmer, was Pflanzengesellschaften sind und dass man schon von der Gestalt der Pflanzen darauf schließen kann, an welchem Standort sie wachsen (trocken, mager, fett, feucht). Anscheinend artenreiche Wiesen entpuppten sich als äußerst artenarm (12 Arten), dagegen konnten trockene Weideränder mit über 25 Arten aufwarten.

Was wächst am Weiderand?

Sortieren der Pflanzen nach Gestalt 


Wieviele Arten habt ihr gesammelt?




Schließlich wurde das Ziel der Exkursion erreicht - die Mäuseschwänzchen-Gesellschaft. Das Mäuseschwänzchen (Myosurus minimus) ist eine selten gewordene einjährige Art, die in manchen Bundesländern schon auf der Roten Liste steht. 

Man kann es Anfang Mai besonders in feuchten Weide-Eingängen finden, dort wächst es u.a. mit dem noch selteneren Quellkraut (Montia chondrosperma) zusammen. Diese Gesellschaft hat sich vortrefflich an den Weide-Rhythmus des Jahres angepasst, ist jedoch so unscheinbar, dass sie heutzutage kaum mehr jemand kennt. 

Bemerkenswert ist, dass das Mäuseschwänzchen zur Familie der Hahnenfußgewächse gehört, die Pflanze ist also mit dem Hahnenfuß, volkstümlich "Butterblume" genannt, verwandt. 




Gefunden!

Quellkraut (Montia chondrosperma) mit Mäuseschwänzchen

Nach einer Einkehr im gemütlichen Städtchen Rietberg kamen einige Teilnehmer noch zu einer kurzen Führung durch einen artenreichen Eichenwald bei Beckum mit.
Wir danken allen Teilnehmern für diesen wunderschönen Tag!


Wer Interesse an den sonntäglichen Exkursionen hat, der kann sich noch bis Mitte Juni für den 26.06.2011 anmelden (Hof Sackern, siehe hier).

Samstag, 23. April 2011

Noch Plätze frei: Wiesenseminar, Anmeldung bis 1. Mai

Für das Wiesenseminar vom 24. - 26. Mai 2011 sind noch einige Plätze frei - wer sich anmelden möchte, hat noch bis zum 1. Mai Gelegenheit dazu.

Die Anmeldedaten sind im vorigen Eintrag zu finden.

Wir freuen uns auf Euch!

Donnerstag, 31. März 2011

Wiesenseminar 24. – 26. Mai 2011 in der Vulkaneifel

Artenreiche Wiesen – Glatthaferwiesen, Magerwiesen, Feucht- und Nasswiesen – sind wichtiges Thema bei Biotopkartierungen, Erfassung und Bewertung von Lebensraumtypen und schließlich auch in der Restaurierungsökologie. In diesem Seminar werden artenreiche Wiesen detailliert in Praxis und Theorie vorgestellt; es eignet sich sowohl zum Kennenlernen als auch zur Vertiefung dieser Thematik. Es bildet die pflanzensoziologische Grundlage aller Grünlandkartierungen.

Arbeits- und Exkursionsgebiet ist die Vulkaneifel nordöstlich von Gerolstein. Bei Walsdorf befindet sich sein sehr großes Wiesengebiet (FFH-Gebiet) mit vielen verschiedenen Wiesentypen von mageren und typischen Glatthaferwiesen über feuchte Glatthaferwiesen bis zu Sumpfdotterblumen-Wiesen (Calthion) und Pfeifengraswiesen (Molinion). Hier werden wir die charakteristischen Artengruppen kennen lernen, voneinander abgrenzen und versuchen, sie schließlich auch mit dem „Habitusblick“ schnell zu erfassen.

Zum Inhalt:

  1. Die typische Glatthaferwiese
  2. Die kennzeichnenden „Blütenpflanzen“ der Glatthaferwiese
  3. Magerzeiger, Feuchtezeiger, Nässezeiger: die standörtlichen Abwandlungen der Glatthaferwiese
  4. Die Knollenhahnenfuß-Glatthaferwiese als „klassische“ Magerwiese
  5. Der wenig beachtete Übergang von Magerwiesen zu mageren Feuchtwiesen
  6. Der Unterschied von nährstoffreicheren Sumpfdotterblumen-Wiesen (Calthion) zu nährstoffärmeren Pfeifengraswiesen (Molinion)
  7. Was ist eine „gute“ Feuchtwiese? Die Ideologie von seggen-, binsen- und hochstaudenreichen Feuchtwiesen

Um einen möglichst hohen Lerneffekt zu erzielen, werden wir in den verschiedenen Wiesentypen zahlreiche Vegetationsaufnahmen machen und die Aufnahmen anschließend im Seminarraum tabellarisch verarbeiten. Die charakteristischen Artengruppen sollen sich auf diese Weise „wie von selbst“ zeigen. Durch diese Eigenaktivität aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer prägt sich das Wissen besser ein als bei vorgegebenen Tabellen. Anschließend Einordnung der Artengruppen in die relevanten pflanzensoziologischen Systematiken von Pott, Rennwald, Preising und Dierschke.

Beginn des Seminars ist Dienstag, 24. Mai um 13.00 Uhr, Ende ist am Donnerstag, 26. Mai um 16.00 Uhr. Treffen am Dienstag auf dem Fohnhof bei Fam. Ingenerf.

Übernachtung in Pensionszimmern / Ferienwohnungen der Familie Ingenerf in Üxheim-Niederehe. Hier sind für die Zeit des Seminars alle Zimmer im Haus freigehalten, bitte dort selbst buchen und möglichst bald, da die Zimmer nach dem 1.5. sonst anderweitig vergeben werden. Kosten pro Nacht (mit super Frühstück!) ca. 22 €.

Familie Ingenerf
Fohnhof 2
54579 Üxheim
Tel. 02696-520

Teilnehmerzahl: mind. 10 – max. 20. Bei weniger als 10 Anmeldungen findet das Seminar nicht statt.

Anmeldeschluss: 1. Mai 2011

Anmeldung: Formlos an unten genannte Adresse

Seminargebühr: 70 €, Studierende und Arbeitslose: 35 €
Die Seminargebühr bitte bei Anmeldung überweisen auf das Konto Nr. 400 1300 900 bei der GLS Gemeinschaftsbank, BLZ 430 609 67. Die Anmeldung wird erst mit dem Eingang der Überweisung wirksam. Wird die Mindest-Teilnehmerzahl von 10 bis zum 1.5. nicht erreicht und fällt das Seminar damit aus, zahle ich die Seminargebühr zurück.

Stornierung: Bei Stornierung der Teilnahme durch den Teilnehmer bis zum 10. Mai 2011 wird die gesamte Seminargebühr zurück gezahlt, bei Stornierung nach dem 10. Mai wird nur die Hälfte, also 35 € bzw. 17,50 € zurück gezahlt.

Priv. Doz. Dr. Hans-Christoph Vahle


Akademie für angewandte Vegetationskunde

c/o Institut für Evolutionsbiologie und Morphologie
Universität Witten/Herdecke
Stockumer Str. 10, 58453 Witten
Tel. Büro 02302-926-324
Tel. privat 02302-2782008


Dienstag, 29. März 2011

Der große Büchertransfer


Der letzte Donnerstag (24. März 2011) war ein bedeutender Tag für unsere Akademie. Wir sind in die Lüneburger Heide gefahren und haben dort eine größere pflanzensoziologische Bibliothek abgeholt. Wie kam es dazu?

Mein Doktorvater, Prof. Dr. Ernst Preising, einer der großen Pflanzensoziologen Niedersachsens, hinterließ eine Bibliothek mit überwiegend pflanzensoziologischer Ausrichtung. Sein Sohn, Andreas Preising hatte uns diesen Teil der Bibliothek schon seit längerer Zeit angeboten. Der Preis für diese Bibliothek war vom Wert der Sache her gesehen nicht hoch, jedoch durchaus hoch für jemanden ohne großen finanziellen Spielraum. Dann war immer die Frage: Wohin mit den vielen Büchern? Und der Transport samt Ein- und Ausladen und die Fahrt selber mit einem gemieteten Kleintransporter ist auch nicht mal eben so gemacht und kostet wiederum Geld.

Nun fügte sich aber Vieles zu einer runden Sache. Von Renate Bertsch aus Oberreichenbach bekam unsere Akademie dankenswerterweise eine Geldspende, die so hoch war, dass wir davon locker die Bücher und den Transport bezahlen konnten. Und dann blieb immer noch genug übrig, um davon Regale zu kaufen und die ersten Schritte einer digitalen Erfassung der Bibliothek tätigen zu können. Danke an Renate!

Die Frage, wohin mit der Bibliothek, klärte sich auf die Weise, dass Bernd Roßlenbroich als Leiter des Institutes für Evolutionsbiologie und Morphologie der Uni Witten/Herdecke uns anbot, eines seiner Instituts-Arbeitszimmer zu nutzen und die gesamte Akademie als Projekt des Institutes laufen zu lassen. So war unsere erste Handlung noch bevor der Büchertransfer stattfand, dieses Zimmer aufzuräumen, einzurichten, Regale aufzubauen usw. Danke an Bernd R.!


Und schließlich der Transport selber ... Hier erwies sich ein guter Freund aus Hannover als der Held des Tages. Bernd Pilgrim, Leiter der Abteilung Naturschutzinformation im hannoverschen NLWKN und über einen langen Zeitraum Herausgeber der Bände über die „Pflanzengesellschaften Niedersachsens“, ist seit vielen Jahren mit „uns Pflanzensoziologen“, insbesondere mit Preising, Weber und mir, gut befreundet. 
Als er davon hörte, dass so ein Büchertransport von Preising zu Vahle möglicherweise irgendwann einmal ansteht, bot er sofort und ohne zu zögern seine Hilfe an.
Und „Hilfe“ hieß jetzt konkret bei ihm:  Einladung für mich nach Hannover am Vorabend des Transportes, Bewirtung mit leckerem Essen, Übernachtung, Frühstück und im Vorfeld schon die Recherche nach günstigen Fahrzeugen und die Vorbestellung eines Transporters für den folgenden Morgen. Dann mitfahren als Copilot, Fahrer und Kistenschlepper. Danke an Bernd P.!


Zur Zeit sind wir am Auspacken der Schätze – und was tritt da nicht alles zutage! Nicht nur wertvolle Schriftenreihen wie Vegetatio oder Phytocoenologia oder die Rintelner Symposium-Bände, sondern auch z.B. die ursprüngliche 1. Auflage der „Pflanzensoziologie“ von Braun-Blanquet 1926. Und dann die zahlreichen uralten handgeschriebenen Vegetationstabellen mit Einzelaufnahmen – unschätzbare Dokumente vergangener Zeiten der naturnahen Kulturlandschaften Nordwestdeutschlands.


Und wir denken beim Auspacken und Einräumen in Dankbarkeit an die, die uns in der Vegetationskunde vorangingen und uns nun alle diese Schätze – und nicht nur die in materieller Buchform – hinterlassen haben. Unser Dank verbindet sich gleichzeitig mit den Menschen der Gegenwart, mit unseren Freunden, die es uns ermöglicht haben, dass wir nun diesen großen Schritt der Akademiearbeit gehen können.  


Bericht: Hans-Christoph Vahle

Montag, 21. März 2011

WiserEarth – „Wir sind der Wandel“

In seinem Buch „Wir sind der Wandel – warum die Rettung der Erde bereits voll im Gang ist – und kaum einer es bemerkt“ beschreibt Paul Hawken ein wunderbares Phänomen.
Er entdeckte, dass es eine bedeutende soziale Bewegung auf dieser Welt gibt, die der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend unbekannt ist.

Weltweit, so schätzt Hawken, gibt es mehr als 2 Millionen Organisationen, die sich für ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit einsetzen. „Diese Bewegung“, so Hawken, „unterscheidet sich von herkömmlichen Bewegungen dadurch, dass sie immer mehr als weltweite humanitäre Bewegung in Erscheinung tritt, die sich von unten nach oben organisiert. Es handelt sich hierbei um die größte soziale Bewegung in der Geschichte der Menschheit.“

Er nennt diese Bewegung das „Immunsystem der Erde“, da sie etwas Organisches besitzt und „auf alles reagiert, was nicht im Einklang mit den natürlichen Lebensgesetzen steht.“

Seine Prognose für die Zukunft: Überraschend positiv„weil Menschen aus Überzeugung und mit Fantasie handeln, anstatt nur darüber zu klagen, dass man eh nichts tun kann.“

Dieses Buch macht Mut, es informiert und inspiriert – ich kann es nur wärmstens empfehlen!

Um es den Organisationen zu ermöglichen, sich an einem „Ort“ zu versammeln, sich kennenzulernen und auszutauschen, wurde das Netzwerk WiserEarth“ gegründet.
Da wir unsere Akademie als Teil dieses „globalen Immunsystems“ ansehen, haben wir uns dort ebenfalls eingetragen.
Das Netzwerk ist sehr übersichtlich und gut organisiert. Wer nach neuen Impulsen sucht, wird hier mit Sicherheit fündig!

Zum Schluss noch ein Zitat von Hawken (S. 13):
„Inspiration entsteht nicht, indem man das Falsche wiederholt; sie wohnt vielmehr der Bereitschaft inne, bestimmte Dinge zu beseitigen, wiederherzustellen, neu zu gestalten, umzubauen, zu entdecken, sie sich noch einmal vorzustellen und zu überdenken.“

Na, da bekommt man doch gleich Lust, sofort anzufangen :-) 

Mittwoch, 9. März 2011

Tagesexkursionen 2011

Vegetationskundliche Sonntags-Exkursionen


Dieses Jahr bietet die Akademie 3 eintägige Exkursionen zu vegetationskundlich interessanten Zielen innerhalb von NRW an.
Diese Exkursionen werden auch im Rahmen des Studium fundamentale der Uni Witten/Herdecke angeboten und als Studienleistung anerkannt.

01.05.: Feuchtweiden mit Mäuseschwänzchen bei Rheda-Wiedenbrück.

26.06.: Biologisch-dynamischer Hof Sackern (Gemeinde Wetter) mit
            artenreichen Weiden, Hofumfassungsmauer mit Mauervegetation,
            Hofteich und neu angesäten Glatthaferwiesen.

31.07.: Möhnesee mit Wasserpflanzen incl. Armleuchteralgen,
            Zwergbinsenrasen auf Kies- und Schlammufer.

Infos zu Treffpunkt und Anmeldung:
Dr. Hans-Christoph Vahle
Tel.: 02302-2782008
Email: vahle[at]vegetationskun.de

Mittwoch, 2. März 2011

Workshop Goetheanistische Vegetationskunde

Letztes Wochenende (25.-27. Feb.) fand der erste Workshop zum Thema „Goetheanistische Vegetationskunde“ im Institut für Evolutionsbiologie der Uni Witten/Herdecke statt. Es handelt sich um ein von PD Dr. Hans-Christoph Vahle entwickeltes Konzept, welches erlaubt, einen völlig neuen Zugang zur Natur und ihren Phänomenen zu bekommen und welches die bisherige Wissenschaft durch einen ästhetischen, künstlerischen Aspekt erweitern kann und somit zu einer ganzheitlichen Wissenschaft verhilft. Dieses Konzept führt zu überraschend neuen Denkansätzen und Zusammenhangswissen – ausgehend von der Vegetation strahlt es u.a. in die Bereiche Landwirtschaft, Bildung und Medizin.
Die Goetheanistische Vegetationskunde gehört somit zum wichtigsten Alleinstellungsmerkmal der Akademie.

17 Teilnehmer, darunter viele Studenten, sahen voll Spannung dem Seminar entgegen und wurden nicht enttäuscht: Vom Organisatorischen bis zum Inhaltlichen stimmte einfach alles und anhand der vielen Ausrufe rechts und links („Ach so ist das!“) und der staunenden Gesichter konnte man den augenöffnenden Prozess, den das Seminar auslöste, schmunzelnd miterleben.

                                                                          Foto: Sebastian Weishaupt

Ausgehend von den Ursprüngen der Pflanzensoziologie (Tüxen und Braun-Blanquet) führte Dr. Hans-Christoph Vahle schrittweise zum Konzept der Goetheanistischen Vegetationskunde und deren Anwendungsfelder.
Praktische Übungen zu jedem Abschnitt halfen den Teilnehmern, das vermittelte Wissen hautnah zu erleben und zu verinnerlichen.

Von der ursprünglichen Pflanzensoziologie führte der Weg zum Goetheanismus und die Verbindung zwischen beiden Feldern wurde aufgezeigt. Dadurch ergaben sich schon völlig neue Wahrnehmungsweisen und Zusammenhänge, die durch die Vier-Elemente-Lehre vervollkommnet wurden.


Ein daraus resultierendes praktisches Projekt wurde anschließend von Helge Jung vorgestellt, dem 1. Vorsitzenden des Initiativ-Vereins Ravensberger LichtLandschaften.

Das von Dr. Hans-Christoph Vahle erforschte Konzept des Kulturlandschafts-Organismus löste Staunen aus, zeigt es doch unglaubliche Zusammenhänge, die Ansätze für Lösungen im landwirtschaftlichen sowie in anderen Bereichen geben.
Wer Genaueres über die hier genannten Themen erfahren möchte, dem legen wir das Lehrwerk „Die Pflanzendecke unserer Landschaften“ von Dr. Hans-Christoph Vahle ans Herz. Darin werden alle Konzepte schrittweise und leicht verständlich erläutert, begleitet von wunderschönen Aquarellen.




Neu ist jedoch das Anwendungsfeld der Medizin, denn die Goetheanistische Vegetationskunde erlaubt es auf faszinierende Weise, neue Heilpflanzen zu entdecken. Anhand von Beispielen des Fingerhutes bis zur Schafgarbe wurde den Teilnehmern der Prozess des Auffindens von Heilpflanzen aufgezeigt. Eine ganz besondere Heilpflanze, die mit dieser Methode von Dr. Hans-Christoph Vahle neu entdeckt wurde, ist die Armleuchteralge. Eine Pubklikation über dieses Thema ist in Bearbeitung.

Weitergeführt wird das Seminar durch verschiedene Exkursionen in diesem Jahr, um die erlernte Theorie auch praxisnah in der Landschaft anwenden zu können.

Das Fazit dieses Wochenendes: Ein voller Kopf, ein summendes Herz und viele, viele neue Ideen, die vielleicht demnächst hier als Eintrag erscheinen werden…

Dienstag, 22. Februar 2011

Artikel über uns in den Ruhr-Nachrichten!

...Heute ist auch ein kleiner Artikel über uns in den Ruhr-Nachrichten erschienen:

  

(Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!)

Montag, 21. Februar 2011

Wir sind in der WAZ!

Die WAZ berichtet heute über unsere Preisverleihung des Wettbewerbs Ideen Initiative Zukunft - der erste Presseeintrag für unsere Akademie!
(online unter http://www.derwesten.de/staedte/witten/Akademie-fuer-Vegetationskunde-gewinnt-Preis-id4306346.html)


Ein kleiner Nachtrag: Wir suchen neue Heilpflanzen auch außerhalb von Wäldern, den Wald haben wir nur als Beispiel angebracht.

Samstag, 19. Februar 2011

Scheckübergabe Ideen Initiative Zukunft

Heute fand die Scheckübergabe des Preisgeldes für den Wettbewerb Ideen Initiative Zukunft in der dm Markt-Filiale Herbeder Straße 14 in Witten statt. 
Viele Mitglieder und Sympathisanten der Akademie sind gekommen, um freudig (und auch ein bisschen stolz) das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro vom Filialleiter Benjamin Schier entgegenzunehmen.


Vielen Dank noch einmal für Eure großartige Unterstützung und Eure Stimmen!
Ein Tipp: Am Montag erscheinen Artikel über uns in den Ruhr Nachrichten und in der WAZ!

Donnerstag, 3. Februar 2011

Wir haben gewonnen!

Gerade haben wir eine wundervolle Nachricht vom dm-Markt in Witten bekommen – unsere Akademie hat den Wettbewerb Ideen Initiative Zukunft gewonnen!

Das Preisgeld wird in unsere Projekte fließen, allen voran in die Bildungsarbeit (Nachwuchsförderung) und in unser Zukunftsprojekt „Wittener LichtLandschaften“ in Zusammenarbeit u.a. mit der Naturschutzstation Witten e.V.!

Vielen Dank für Eure Stimmen!

Samstag, 22. Januar 2011

Der Wettbewerb Ideen Initiative Zukunft läuft noch bis zum 26. Jan.!

Für alle, die noch ihre Stimme für uns abgeben wollen - der Wettbewerb läuft noch bis zum 26. Januar!
(Wo kann ich abstimmen?  -> dm-Markt, Herbeder Straße 14, Witten)

Hier sind unsere Plakate, die einen Überblick über die Akademie geben und über die Modellprojekte, die bereits erfolgreich angelaufen sind: Ravensberger LichtLandschaften und LichtLandschaften auf Hof Sackern.

Zukünftig wird auch Einiges in Witten geschehen - zusammen mit der Biologischen Station Witten e.V. (NaWit  - www.nawit.de), der Uni Witten/Herdecke, dem Christopherus-Hof und dem Institut für Waldorfpädagogik Witten/Annen wird das Projekt "Wittener LichtLandschaften" gestartet.

Wer sich einbringen möchte bei Projekten vor Ort in Witten, kann sich bei der Biologischen Station Witten e.V., biostation@NaWit.de, Tel. 02302/64062 melden.








Sonntag, 16. Januar 2011

Wir sind nominiert und freuen uns über eure Stimme!

Große Freude, unsere Akademie wurde für den Wettbewerb IdeenInitiativeZukunft vom dm-Drogeriemarkt nominiert!

Jetzt ist Eure Hilfe angesagt – wir brauchen Eure Stimme! 

Ihr könnt sie im lokalen dm-Markt in der Herbeder Straße 14 in Witten abgeben.
Am Freitag (21.01.2011) werden wir persönlich anwesend sein mit einer kleinen Ausstellung, einem Vortrag (um 15:00 Uhr) und der Möglichkeit zum persönlichen Dialog (mit dabei: die Initiative Ravensberger LichtLandschaften, Hof Sackern und die NaWit).

Wir freuen uns auf Euch!

Dienstag, 11. Januar 2011

Die Initiative Ravensberger LichtLandschaften

So, jetzt will ich doch endlich mal was über die Ravensberger LichtLandschaften
schreiben, nachdem wir hier schon so oft erwähnt worden sind! Also: Unsere Initiativgruppe besteht seit ca. 4 Jahren und hat sich die Förderung, Entwicklung und Erhaltung der landschaftlichen und biologischen Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Kulturlandschaft im Ravensberger Hügelland zum Ziel gesetzt. Sie dient damit der Gestaltung, der Pflege und dem Schutz einer lebenswerten und artenreichen Kulturlandschaft unter ästhetischen, ökologischen und nachhaltig-landwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Wir wollen diese Zielsetzung insbesondere verwirklichen durch Initialisierung und Wiederherstellung von einzigartigen, seltenen und bereichernden Biotopen und Landschaftselementen sowie deren erhaltende Bewirtschaftung. Dies sind vor allem :

· Kleingewässer
· Blütenreiche Staudensäume
· Heide und Magerrasen
· Extensivgrünland (Glatthaferwiesen, Feuchtwiesen)

Mit dem verschwinden solcher Lebensräume in den letzten 50 Jahren sind in unserer Region auch viele typische Wildpflanzen ausgestorben, verschollen oder selten geworden - entweder durch die intensivierte landwirtschaftliche Nutzung oder aber durch Nutzungsaufgabe und Brachfallen. Denn die meisten dieser gefährdeten Landschaftsbe-standteile mit ihren typischen Pflanzen waren auf die traditionelle Nutzung angewiesen, und zwar auf Licht-Stellung durch den Menschen. Die Lichtbedürftigkeit ist es, die alle diese Arten und Lebensgemeinschaften gemeinsam haben, daher auch unser Name LichtLandschaften!
Unser Startraum ist der Köckerhof im Norden von Bielefeld, ein Bioland-Betrieb mit einer sehr vielseitigen Hoflandschaft, wo erste Maßnahmen zur Landschaftsentwicklung verwirklicht wurden und werden. Wir sind aber auch darüber hinaus tätig als Ideengeber in Zusammenarbeit mit Kommunen (Projekt Ravensberger LichtLandschaften in Werther-Isingdorf) oder Dorfentwicklungs-Initiativen, unser Tätigkeitsraum ist die Landschaft nordwestlich von Bielefeld, während als Erfahrungsraum, d. h. für vegetationskundliche Leitbilder, der gesamte Naturraum ds Ravensberger Hügellandes zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge dient.

Für unsere Initiative möchte ich auch einen kleinen Rückblick geben, was im Jahr 2010 geschehen ist und erreicht wurde:
  • mit einem neuen Flyer zu Anfang des Jahres haben wir den Veränderungen der letzten Jahre Rechnung getragen
  • wir haben beim Wettbewerb psd-Bürgerprojekt einen Preis gewonnen, mit dem wir nun ein Bündel von kleinen Maßnahmen rund um den Köckerhof verwirklichen können
  • Unsere Bekanntheit ist in der Region immens gestiegen, sowohl durch die Zusammenarbeit mit dem Satdtbezirk Jöllenbeck als auch durch Veranstaltungen und Exkursionen in Theesen und Werther

In diesem Jahr haben wir noch viel vor:

  • Die Umsetzung der mit dem Preisgeld ermöglichetn Maßnahmen auf dem Köckerfhof: Anlage einer Blänke, Entwicklung einer Lehmheide-Fläche, Regenerierung einer verbrachenden Feuchtwiese, Entwicklung von Blütensäumen, Aufstellung von Infotafeln
  • Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Landschaft
  • weiter in der Fläche aktiv werden: Erste Einsaat öffentlicher Flächen in Jöllenbeck, Ideenentwicklung mit der Dorfentwicklungsinitiative Häger, weitere Maßnahmenumsetzung in Isingdorf etc... Dabei können wir jetzt auf die Unterstützung des Netzwerks Blühende Landschaften zurückgreifen, indem wir ab diesem Jahr Mitglied sind.

Soviel erst mal für heute, wir freuen uns auf Austausch und Anregungen!